Zu Gast in der Aktuellen Stunde WDR: Deutschland verliert drei Plätze im Klimaranking - wegen des Verkehrssektors
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Wir sind im Klimaschutz zurückgefallen. Schuld sind daran nicht nur die Reaktion auf die Energiekrise, also etwa das Hochfahren von Kohlekraftwerken oder der Import von Flüssiggas, sondern vor allem der Autoverkehr. Deswegen sind wir im Weltklimaindex um drei Plätze auf Rang 16 abgerutscht, so die Umweltschützer von Germanwatch. Gerade im Straßenverkehr würden wir die Klimaziele massiv verfehlen. Platz 16 im Weltklimaindex ist jetzt nicht mega schlecht keine Frage, aber abzurutschen und bestimmte Ziele massivzu verfehlen, das kanns ja auch nicht sein. Darüber sprechen wir mit der Autorin Katja Diehl, sie setzt sich schon lange für nachhaltige Mobilitätein und hat gerade den Deutschen Mobilitätspreis in zwei Kategorien gewonnen - schönen guten Abend! Hallo aus Hamburg! Was ist denn aus Ihrer Sicht unser Hauptproblem mit dem Straßenverkehr? Ja, das ist ehrlich gesagt, alles sehr faktenresistent, was gerade passiert, das größte Problem im Transportsektorsind nun mal die privaten Pkw. 61 Prozent der Co2 Emissionen kommen aus diesem Bereich. Und wir gehen son bisschen wie die Katze um denheißen Brei und gehen aber nicht an die Wurzel. Und was wäre das? Ja, mal zu schauen, was haben wir denn mit dem Auto so gemacht? Das war bestimmt mal etwas, was Deutschland auch nach vorne gebracht hat, aber wo wir irgendwann das Maß verloren haben. Also ich wohn zum Beispiel in Hamburg Eimsbüttel, ein Wohnviertel, das bis zum Kragen hin vollgegeparkt ist, wirklich teuer ist es, hier nicht zu parken. Man findet immer noch einen Platz vor der eigenen Haustür und Menschen ohne Auto können halt sehen, wie sie hier ihr Leben gestalten. Aber wie soll sich was ändern, wenn vielen Menschen eine Alternative zum Auto fehlt? Ja, da müssen wir ein bisschen Ehrlichkeit in das Ganze auch reinbringen. Ich glaube, wir richten uns in der ersten Welle der Verkehrswende nicht an jene, die aufs Auto angewiesen sind, sondern an jene, die aus Bequemlichkeit vielleicht es nutzen. 45 Minuten am Tag und die Kollegin hat es ja auch heute auf der Brücke beobachtet, mit meist nur einer Person an Bord, so bewegt sich der deutsche Pkw und das ist eine Statistik, die nicht zustande kommt, weil alle dieses Auto brauchen, sondern weil wir vielleicht einfach zu viele Autos haben. Oder ist unser Hauptproblem der Verkehrsminister? Germanwatch spricht von Arbeitsverweigerung! Also ehrlich gesagt haben mir die klaren Worte natürlich auch gerade vom Kollegen Evenson gefreut, weil das ist etwas, was wir auch nicht so richtig machen. Wir sind immer noch sehr höflich. Gerade die Menschen, die Verkehrswende wollen, agieren nicht so wie andere Gruppen der Gesellschaft, dass sie wirklich ausdrücklich sagen, was gefordert ist. Natürlich ist es ein Job, als Verkehrsminister für seinen Sektor Verantwortung zu tragen. Herr Wissing hat ja schon vom Expert:innenrat die rote Karte bekommen, er sollte nachbessern, hat drei DINA4-Seiten geliefert, der Expert:innenrat hat das noch nicht mal geprüft! Aber irgendwie gibt es da keinen Aufschrei. Es gibt einen Aufschrei, wenn Menschen Klimaaktivist:innen sind, aber nicht, wenn der Verkehrsminister seine Arbeit verweigert. Und was würden Sie ihm raten, was wäre das Wichtigste, was er machen müsste? Weniger zur Autoindustrie gehen, mehr mal zu den Menschen vor Ort, mal hinhören, ob sie Auto fahren wollen oder müssen, weil ihnen zum Beispiel Alternativen fehlen, einfach mal auch ehrlich sein, dass es 9-Euro-Ticket ein richtiges Erfolgsprodukt war, was vielleicht nicht seine Idee war, und auch mal schauen, wie groß die Aufgabe ist. Wir haben noch zwei Jahre Zeit ungefähr. Ein Datenmensch aus der ZEIT hat ausgerechnet: noch zwei Jahre dürften wir eigentlich Verbrenner bauen. Wo sind sie denn die Alternativen? Das würde ich gerne mal erfahren, wie seine Vision vielleicht auch ist. Angefragt hatten wir übrigens den Verkehrsminister für heute Abend auch. Wir danken aber ganz herzlich, dass SIE für uns Zeit hatten. Autorin Katja Diehl live zugeschaltet aus Hamburg. Dankeschön. Danke auch. Liebe Grüße.
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